In Herrenwyk zwischen Lübeck und Travemünde geht eine Metallhütte in Konkurs. Die dazu gehörende Arbeitersiedlung wird zu einer Siedlung von Arbeitslosen. Verwandte des Regisseurs und ehemalige Arbeiter beschreiben, wie sie die Geschichte des Werkes erlebt haben, wie ihre Arbeit war und wie sie sich nun ohne Arbeit fühlen.

Sie erzählen von ihrem ersten Arbeitstag, der Arbeitslosigkeit Anfang der 30er Jahre, dem Nationalsozialismus, als Flick per „Arisierung“ das Werk übernahm, vom Niedergang in den 70er Jahren, dem Verkauf für zwei Mark und dem Tag der Entlassung. Es zeigt sich, wie anpassungsfähig der Mensch ist. 

„Historische Fotos und Dokumente spiegeln die Arbeits- und Lebensbedingungen in diesem für Norddeutschland einzigartigen Stadtteil wider sowie die Ratlosigkeit über die Stilllegung der Hütte. Dabei verzichtet der Filmemacher auf den drohenden moralischen Zeigefinger. Er zeigt „nur“, wie es einmal war und wie die Betroffenen mit der für sie unabänderlichen Lage fertig zu werden versuchen. Ein gelungenes Beispiel dafür, dass Kultur bereits vor der eigenen Haustür beginnt.“ (Kieler Nachrichten, 24.8.1985, Heiner Brock)    

D 1985/89, 45 min, 16mm

Mitwirkende: Alfred Czieslik, Käthe Draeger, Ernst Gieseler, Lotti Niemann, Hans Pahlke, Ernst Petersen, Herbert Scheel, Werner Veidt, Heinrich Wilken


Texte: „Hochofenmarsch“ von Otto Gestefeld, „Der Abend“ von Rudolf Erben

Fotos: Eckhard Blach, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck

Historische Filmaufnahmen: Museum für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck


Buch, Kamera, Ton:

Eckhard Blach, Jan Hammerich

Schnitt: Surati Seidler, Eckhard Blach

Regie: Eckhard Blach

Produktion: Eckhard Blach

Unterstützung:

Hochschule für Bildende Künste Hamburg

Neufassung 1989 gefördert von der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein




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Thea Blach, geb. Draeger,  und Lotti Niemann bei der Badeanstalt Herrenwyk, ca. 1930 (Privataufnahme)